Handlungsmöglichkeiten bei Mobbing in der Schule

 
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 Handlungsmöglichkeiten bei Mobbing in der Schule
  • Soziales Lernen als lebenslanger Prozess
  • Mobbing - Begriffsklärung
  • Gibt es typische Mobbingopfer?
  • Gruppendynamik
  • Was Schule tun kann
  • Was Eltern tun können
  • Effektive Maßnahmen auf mehreren Ebenen
  • Präventive Maßnahmen
  • Welche Unterstützung kann die Schulpsychologische Beratungsstelle anbieten?
  
 Soziales Lernen als lebenslanger Prozess

Der Prozess des Sozialen Lernens unterliegt in verschiedenen Lebensphasen immer wieder neuen Herausforderungen. Je nach altersangemessener Bewältigung dieser Herausforderungen gelingt der nächste Schritt leichter oder schwerer. In der Entwicklungsphase der Pubertät wird in der Regel ein Anstieg der problematischen Verhaltensweisen beobachtet. Dieser Prozess gehört im Rahmen von Abgrenzung und Identitätsfindung zu einer normalen Entwicklung dazu. Bei einigen Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen ist es jedoch absolut notwendig, eine klare Position zu beziehen und im Sinne einer Unterstützung einzugreifen und Konsequenzen folgen zu lassen. 

  
 Mobbing - Eine Begriffsklärung

Mobbing ist in den letzten Jahren zu einem häufig gebrauchten Begriff geworden – sowohl in der Arbeitswelt, als auch im Zusammenhang mit Schule. Dabei ist es umso wichtiger, genauer zu klären, was mit diesem Begriff eigentlich gemeint ist.  

Mobbing bedeutet, dass jemand wiederholt und über längere Zeit und systematisch den negativen Handlungen von einem oder mehreren Tätern ausgesetzt ist und von ihnen gedemütigt oder schikaniert wird.

Dies erfolgt nicht nur in Form von körperlichen Angriffen, sondern kann auch verbale Gewalt in Form von Drohungen, Kränkungen und Hänseleien oder auch das Ausschließen aus der Gruppe oder das Beschädigen von Eigentum einschließen.

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 Gibt es typische Mobbingopfer?

Lange Zeit galt die Meinung, dass besonders stille Kinder, körperlich schwächere oder ängstliche Kinder eher zum Opfer werden.
Heute weiß man, dass es bei der Dynamik von Mobbing nicht um die Persönlichkeit oder das Aussehen des Betroffenen geht. Unter den Betroffenen gibt es Schülerinnen und Schüler mit guten Noten, mit schlechten Noten, mit und ohne Brillen, dick, dünn, groß, klein usw.
Auslöser für den beginn des Mobbing ist aber in erster Linie die Gruppensituation und das Gruppenklima - beispielsweise, wenn ein neues Mitglied in die Gruppe kommt. Die Mobber suchen sich oft jemanden aus, bei dem sie erwarten, dass derjenige wenig Unterstützung vom Rest der Gruppe erhält.
Das bedeutet also: Das typische Opfer gibt es nicht - Mobbingopfer kann jeder werden!
Das Selbstvertrauen leidet dann massiv unter dem Mobbing. Geringes Selbstwertgefühl ist dann oft die Folge, nicht die Ursache, von Mobbing.
(vgl. AJS Broschüre (2009) Mobbing unter Kindern und Jugendlichen. Köln: Drei-W-Verlag)

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 Gruppendynamik

Kennzeichnend für die andauernde Gewalt beim Mobbing ist die Billigung der Gruppe, die das Phänomen des Mobbing erst ermöglicht. Nicht nur das Mitmachen bei den Drangsalierungen, auch das Nicht-Eingreifen der restlichen Gruppenmitglieder ist ein wesentliches Merkmal von Mobbing. Wegsehen und Nicht-Eingreifen werden von den Tätern zumeist als Zustimmung und stilles Einverständnis gewertet.

Es gibt in diesem Zusammenhang verschiedene typische Gruppenmechanismen (Olweus, 2007).

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 Was Schule tun kann

Das oberste Gebot bei der Vorbeugung und auch beim Handeln im akuten Fall ist eine Nicht-Tolerierung der Gewalt oder Drangsalierung. Mobbing ist häufig ein Problem, welches innerhalb des Gruppenklimas stattfindet und durch dieses erst ermöglicht und auch aufrecht gehalten wird. Es lebt nicht allein von denen, die Gewalt und Druck ausüben, sondern vor allem auch davon, dass die schweigenden Mehrheit wegschaut und nicht eingreift oder mitmacht. Hilflosigkeit der Erwachsenen (Eltern und Lehrer) sind eine häufige Folge dieses Teufelskreises.

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 Was Eltern tun können
  • Veränderungen bei Ihren Kindern (Niedergeschlagenheit, Schulangst, morgendliche Bauch- oder Kopfschmerzen) ernst nehmen.
  • Über die Beobachtungen mit dem Kind sprechen.
  • Sofort Kontakt zur Schule aufnehmen, wenn das Kind von Mobbing berichtet.
  • Die Schuld nicht beim Kind suchen, sondern mögliche Gründe für das Mobbing aus der Klassensituation heraus verstehen.
  • Gemeinsam nach Lösungen suchen, die dem Kind in der Situation helfen.
  • Das Kind ermutigen. Ressourcen und Fähigkeiten benennen und stärken.
(nach Uhle, 2007)

Merkzettel für Eltern Mobbing in der Schule - Wie Sie als Eltern Ihr Kind unterstützen können! als Download.

Die am häufigtsen gestellten Fragen und die Antworten von Eltern rund um das Thema Mobbing finden Sie hier auf der Internetseite der Schulpsychologie.

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 Effektive Maßnahmen auf mehreren Ebenen

In konkreten Fällen ist es am effektivsten, wenn Maßnahmen auf mehreren Ebenen gleichzeitig und in Absprache miteinander erfolgen. Von Dan Olweus (2007) werden dazu konkrete Schritte auf drei Ebenen empfohlen. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Lehrer beschließen, an ihrer Schule etwas in diese Richtung zu verändern.

Vieles aus diesem Konzept ist bereits bekannt und muss nur noch koordiniert und kommuniziert werden.

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 Präventive Maßnahmen
Viele von Mobbing betroffene Kinder und Jugendliche trauen sich zuerst nicht, über die Vorfälle zu sprechen und schämen sich ihrer Opferrolle.
Daher ist es wichtig, Mobbing in der Schule von Anfang an zum Thema zu machen und einen klaren Standpunkt zu beziehen:
Mobbing wird hier nicht gedultet!
Es bietet sich an, mit den Schülerinnen und Schülern über das Thema zu sprechen und sie zu sensibilisieren, bevor konkrete Mobbingvorfälle in der Klasse bekannt werden. Einige Punkte dazu könnten sein:
  • Aufklärung über Mobbing (Was ist Mobbing? Welche Folgen kann es haben? Rolle der Zuschauer)
  • eine "Erzählkultur" schaffen (frühzeitiges Hilfeholen ist kein Petzen!)
  • Klassenregeln gegen Mobbing mit den Schülerinnen und Schülern erarbeiten
  • Schüler ermutigen, wenn sie betroffen sind mit jemandem zu sprechen / sich Hilfe zu holen
  • Ansprechpersonen (die man unauffällig und diskret kontaktieren kann, z.B. auch über E-Mail oder Telefonsprechstunde) und Anlaufstellen einrichten oder bekannt machen
  • mit Schülerinnen und Schülern besprechen, was sie als Zuschauer tun können
  • betonen, dass Opferschutz gewährleitet wird
  • früher Einsatz eines Fragebogens zum Klassenklima / regelmäßige Klassengespräche
  • ausgedehnte Kennlernphase / Klassenfahrt zur Stärkung des Klassenklimas nutzen

Vorbeugend wirken außerdem Maßnahmen und Programme zur Förderung des Klassenklimas, wie z.B.

Weitere Hinweise finden Sie unter
 
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 Welche Unterstützung kann die Schulpsychologische Beratungsstelle anbieten?
  • Beratung und Unterstützung zur Intervention bei Mobbing in der Klasse
  • Beratung zur Auswahl und Umsetzung geeigneter Konzepte zur Prävention von Mobbing und Schulgewalt
  • Unterstützung bei der Entwicklung eines schuleigenen Konzeptes zur Prävention von Mobbing und Schulgewalt (Schulprogrammentwicklung)
  • Begleitung bei der Umsetzung nach dem individuellen Bedarf der Schule 
  • Beratung und Unterstützung bei der Evaluation der innerschulischen Entwicklung der sozialen Kompetenz (Schul- und Klassenklima)

Wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Warendorf haben, dann rufen Sie uns an: 02581-633224.
Ihr Ansprechpartner zu diesem Themenbereich ist Frau Maike Brandes.

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 Literatur

Im Text verwendete Literatur: 

  • Uhle (2007). Gewalt und Mobbing – Was Schulen wissen und tun sollten. In: Fleischer, Grewe, Jötten, Seifried & Sieland (Hrsg.), Handbuch Schulpsychologie – Psychologie für die Schule. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Olweus, Dan: Gewalt in der Schule. Was Lehrer und Eltern wissen sollten und tun können. Huber, 2006.
  • Taglieber, Walter: Berliner Anti-Mobbing-Fibel. Eine Handreichung für eilige Lehrkräfte. Berliner Landesinstitut für Schule und Medien, 2005.
  • Jannan, Mustafa (2010). Das Anti-Mobbing-Buch. Gewalt an der Schule - vorbeugen, erkennen, handeln (3., erweiterte und neu ausgestattete Auflage). Weinheim und Basel: Beltz Verlag.
  • Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS) Landesstelle Nordrhein-Westfalen e.V.  Broschüre (2009) Mobbing unter Kindern und Jugendlichen. Köln: Drei-W-Verlag

Zum Weiterlesen:

  • Mobbing? Nicht an unserer Schule! - Prävention und Handlungsstrategien. Eine Ressource für die Sekundarstufe I,
    Unterrichtsheft für die 5. – 6. Klasse. Ein Bestandteil des Programms MindMatters.(Kostenlos zu bestellen über die Internetseite http://www.mindmatters-schule.de/index2.html .) 
 
 
 
 
 
 

 

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 weiterführende Informationen

Zusammenfassung für Eltern Mobbing in der Schule - Wie Sie Ihr Kind als Eltern unterstützen können! als Download.

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